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5 Tipps: Stressfrei unterwegs – Teil 2
Oh Schreck – Hecke ist gefährlich

Teil 1 verpasst? Du findest ihn hier

Neulich waren wir mit unserer Border Collie Hündin Lucy zu Besuch bei unserer jüngsten Tochter. Es war ein schöner, sonniger Tag und er lud uns ein, einen kleinen Ausflug zu machen. Unsere Omi Lucy durfte natürlich dabei nicht fehlen, denn sie liebt mit uns unterwegs zu sein. Wir liefen entspannt mit ihr und bummelten und schauten uns viele wunderschöne Häuser in einem Neubaugebiet an. Wir dachten ein gutes Training für unsere Seniorin, mal in aller Ruhe nur zu schauen und zu beobachten. Wir waren tief in unseren Gesprächen versunken, und Lucy stand entspannt neben uns, als plötzlich von uns allen unbemerkt, bei einem Haus mit einer stark bewachsenen Hecke nur einen Meter von uns entfernt, etwas an die Hecke schoss. Lucy erschrak sich dabei so heftig, dass sie fluchtartig in ihre Leine schoss in Richtung Straße.

Zum Glück war kein Auto unterwegs. Sie war etwas irritiert.  Auch wir waren in dem Moment sehr erschrocken, was gerade passiert war. Deshalb blieben wir erstmal wie angewurzelt stehen. Nun bemerkten wir, dass möglicherweise ein Hund sich hinter der Hecke befand. Er knurrte uns nun an und dabei wurde das Knurren immer lauter. Langsam erholten wir uns von dem Schreck und wir beschlossen mit Lucy weiter zu gehen. Dies war ein Erlebnis, welches man sicherlich schon öfters erlebt hat und als normal betrachtet. Oder? Das gehört doch mittlerweile zu unserem Alltag.

Was war passiert?

Wir laufen täglich an verschiedenen Grundstücken und Häusern vorbei. Viele Besitzer ermöglichen ihrem eigenen Hund einen Freilauf im Garten. Sie erhoffen sich, damit für ihren Hund etwas Gutes zu tun. Dass aber diese Aufgabe für den Hund negativen Stress bedeuten kann, darüber sind sich viele nicht bewusst. Warum auch? Hunde brauchen einen eigenen Garten mit viel Auslauf. So liest man das immer wieder. Auch dieser Hund, der Lucy nicht gerade freundlich zu verstehen gab, war sehr gestresst und drohte seinen Bereich nicht näher zu betreten. Zum Glück war ein Zaun dazwischen, so dass es nur bei einem Drohen blieb.

Warum machen Hunde das?

Was war der Grund,  warum dieser Hund ohne Vorwarnung,  zum Beispiel durch Bellen, uns gedroht hat. Er sollte möglicherweise eine wichtige Aufgabe im Garten erfüllen, die er auch dann sorgfältig erledigt hat. Aber wir waren natürlich nicht die einzigen Menschen an dem Tag. Also eine ganz heftige und anstrengende Herausforderung für diesen Hund oder sagen wir besser – ganz viel Stress für diesen Hund. Er muss im richtigen Moment, die richtige Entscheidung treffen durch „Vertreiben und Drohen“ und nicht nur das, sondern auch Verteidigungsbereit zu sein. Verteidigung von wem? Für seine eigene Sicherheit?

Mythos des Beschützers

Was verlangen wir von unseren Hunden, wenn wir sie in solchen Situationen einfach alleine lassen. Immer noch gibt es den Mythos, dass Hunde den Garten brauchen und auch aufpassen müssen/dürfen. Aufpassen auf wen?? Ja, immer wieder wird uns die Frage gestellt, warum darf er nicht auf uns aufpassen? Denn gerade in der heutigen Zeit und bei den vielen Einbrüchen. Aber man ist sich nicht im Klaren, dass der Hund schon längst dann das Vertrauen in seine eigene Bezugsperson verloren hat. Denn er ist im Garten auf sich alleine gestellt und handelt nach seinen angeborenen Instinkten.  In unserem Fall – den Territorialinstinkt. Er zeigte uns und auch unserer Lucy, dass unsere Anwesenheit für ihn eine Bedrohung darstellt und somit auch Verteidigungsbereit war, nicht nur für seine eigene Unversehrtheit, sondern auch seine Menschen zu schützen. Das diese Situationen aber durchaus auch zu gefährlichen Situationen führen kann,  darüber sind sich die meisten Menschen nicht bewusst.

Hunde besitzen angeborene Instinkte, die mehr oder weniger ausgeprägt sind. Bei bestimmten Rassen, wo der Territorialinstinkt stark ausgeprägt ist, kommt es schneller zu ernsthaften Situationen. Es liegt an uns, ob wir uns dieses Risiko unserer Familie und Freuden sowie Fremden aussetzen möchten. Brauchen wir noch in unserer Zeit noch ein lebendes Schutzschild?

Warum übergeben wir Menschen unseren Hunden solche Aufgaben und verlangen trotzdem freundlich und nett zu Besuchern zu sein, wo er doch eigentlich den Job hat, sie zu vertreiben und nicht auf das Grundstück zu lassen. Sind wir Menschen da logisch? Bei unserer Begegnung mit dem Hund war kein Mensch im Garten zu sehen. Dieser Hund war ganz auf sich alleine gestellt. Ständiger negativer Stress baut viel Frust auf (Zaunsituation) Denn es werden immer wieder Hunde und Menschen an seinem Zaun vorbei gehen und erneut wird er sie vertreiben. So wie der Mensch es möchte. Und ist dann mal ein Schlupfloch im Zaun……

Garten als Sicherheitszone

Was kannst du tun? Lass deinen Hund nicht ins offene Messer laufen. Für deinen Hund spielt der Garten eine wichtige Rolle. Akzeptiere seine angeborenen Instinkte und versuche dich als Mensch einzubringen, um Gefahrensituationen für andere Menschen, wie auch Hunde vorzubeugen.  Dieser negative Stress, der nicht nur Frust mit sich bringt, sondern längerfristig auch den Hund krank macht. Denn es ist kein Zufall, dass die Lebenserwartung bei  großen Rassen mit einem ausgeprägten Territorialinstinkt nicht sehr hoch ist.

Lass es nicht erst zu einem Problemverhalten kommen. Lass ihn nicht am Gartenzaun bellen und du rufst ihn zurück. Wie kannst du solche Situationen vorbeugen? Wie kann dein Garten trotzdem für deinen Hund entspannt sein und stressfrei für euch beide?

Unsere 5 wertvollen Tipps, die dir weiterhelfen werden:

  1. Lass deinen Hund nicht alleine im Garten. Versuche seine Ängste und seine Veranlagung zu verstehen. Gebe nicht die Verantwortung ab.
  2. Ein Miteinander im Garten mit kleinen Aufgaben (Beschäftigung) gibt deinem Hund das Gefühl der Wertschätzung seiner Persönlichkeit.
  3. Dein Vorbildverhalten sich bei Reizen neutral zu verhalten, gibt deinen Hund Halt und Sicherheit.
  4. Bestrafe ihn nicht, wenn er bellt. Er zeigt dir, dass er überfordert ist in dieser Situation. Es liegt an dir, das zu verändern.
  5. Dein Hund hat ein Recht auf Sicherheit. Sei sozial und lebe mit ihm mit Respekt und Achtung für seine Instinkte und seiner Persönlichkeit.

Wir hoffen, wir konnten dir mit unserem Blog einen kleinen Einblick in die Gartensituation geben.

Probiere einfach mal diese 5 Tipps aus und berichte uns, wie dein Hund darauf reagiert hat.

Wie es weitergeht für ein stressfreies Zusammenleben erfährst du in unseren nächsten Blog:
Stressfrei mit dem Hund unterwegs-Teil-3

Kontaktiere uns einfach, wir helfen dir gerne weiter.
Es grüßt euch herzlichst euer Hunde Naturell Team

Sabine & Uli